Kritiken eine Auswahl bis 1950
Rostocker Anzeiger 19.11.24 Ein junger Rostocker Maler Rudolf Schmidt-Dethloff stellt bei Ferdinand West aus...  Man freut sich daher, wenn wieder einmal ein Mecklenburger ausstellt, der etwas kann.  Man soll die mecklenburgischen Künstler fördern, aber es geht nicht an, jemanden, weil  er Mecklenburger ist, nun nachsichtig in die Reihe der Künstler rücken zu wollen. Rudolf  Schmidt-Dethloff hat diese Nachsicht nicht nötig. Wenn seine Technik, was erklärlich ist,  auch noch nicht zur letzten Reife durchgedrungen ist, so ist Schmidt-Dethloff doch so  weit mit seinem Handwerkszeug vertraut, dass er sicher und ohne Fehlgriff seine Stoffe  meistern kann....  Rostocker Anzeiger 12.12.25 In der Kunsthandlung Himmer stellt Rudolf Schmidt-Dethloff einige Ölbilder und Holz-  und Linoleumschnitte aus. Seine Begabung für einfache, großzügige Kompositionen, die  bereits bei seiner letzten Gemäldeausstellung auffiel, drängt ihn folgerichtig auch zu  dem groß angelegten Schnitt. Die gezeigten Abzüge und Entwürfe, schnittig in der  Linienführung und konzentriert im Aufbau des Ganzen, sind sämtlich aus der Erkenntnis  des Wesentlichen geschaffen...  Rostocker Anzeiger 04.05.33 Vereinigung Rostocker Künstler (Diehn-Bitt, Leonhardt, Benzmer, Bartels, Oberländer,  von Guttenberg u.a.)  ... Von Schmidt-Dethloff sieht man einen Segler im Hafen, erfreulich gebändigt, ganz  schlicht, aber in der Auswertung des Motivs wahrhaft groß. Besonders bemerkenswert  sind die großen Kompositionsstudien, die mehr verraten als ein bloßes  Arrangiervermögen... Am vollkommensten scheint mir die Aufgabe gelöst in dem Weber,  der die Geste und den Aufbau zu vortrefflicher Expression nötigt. Auch die Häuser in  Tirol sind in diesem Sinne beseelt.   Pommersche Zeitung 13.02.44 und Rostocker Anzeiger 10.05.44 Der bildende Künstler im feldgrauen Rock sucht und findet seine Motive nicht allein im  kriegerischen Geschehen an der Front; er richtet von Zeit zu Zeit seinen Blick auch auf  die Heimat. Ein Beispiel dafür ist der aus Rostock stammende Obergefreite Rudolf  Schmidt-Dethloff, der in einer Stettiner Kaserne im Auftrage der Wehrmacht  Wandmalereien von bemerkenswerter Schönheit schuf... Die Bilder, in Aquarellmanier  ausgeführt, wirken nicht nur durch die schönen Pastelltöne, sondern auch durch die  Herausstellung des Wesentlichen. Gerade der Verzicht auf die sonst übliche  Hintergrundmalerei hat zur Folge, dass die plastische Wirkung erhöht wird. Mit diesen  Bildern, geschickt auf die Wandflächen verteilt, hat der Künstler eine farbige Visitenkarte  Stettins geschaffen, die dem Landser in den Stunden der Freizeit ebenso wie dem  Besucher Freude macht.  Der Student in Mecklenburg-Lübeck (Zeit unbekannt) ... die uns am meisten wert erscheinen, beachtet zu werden, und die in ihren Bildern den Forderungen unserer Auffassung entsprechen: Schmidt-Dethloff und Oberländer. Auf ihre Werke im einzelnen soll nicht eingegangen werden, denn deren Wert wäre niedrig und ihr Inhalt gering, wenn mit wenigen Zeilen eine erschöpfende Einsicht gegeben werden könnte. Die eindrucksvollsten von ihnen sind wieder Landschaften, die Welt abseits der Stadt. Rostocker Anzeiger 12.10.47 (Sommer-Holz, Oberländer, von Guttenberg u.a.) Sehenswerte Ausstellung pommerscher Künstler in der Gemäldegalerie  ...Schmidt-Dethloff ist einer von denen, die vor allem von der rein malerischen Seite ,  dem vollsaftigen Pinselstrich gewürdigt sein wollen. Er ist besonders in seinem „Alten  Wirtschaftsgarten“ Impressionist in voller Form...  Norddt. Zeitung 06.12.49 Weihnachtsausstellung Rostocker Künstler ... Breiten Raum nimmt diesmal der weit im norddt. Raum bekannte „Fischlandmaler“  Rudolf Schmidt-Dethloff ein, der in immer neuen Motiven die ganze zauberhafte  Stimmung dieser schönsten Ostseelandschaft aquarelllistisch einfängt. Schmidt-Dethloff  gehört zu den stärksten künstlerischen Persönlichkeiten der Rostocker Sektion...  Rostocker Anzeiger 1950 Ausstellung Koch-Gotha und Schmidt-Dethloff in Berlin ... Außerdem zeigt die Ausstellung Aquarelle von Rudolf Schmidt-Dethloff, einem 1900 geborenen Rostocker, der nach langjährigen Studien und Reisen seit 1946 in seiner Heimatstadt und in Ahrenshoop an der Ostsee lebt. Der Maler tut dem feuchten Schillern der Küstenatmosphäre mit der Durchsichtigkeit der Wasserfarben genüge. Die Ruhe der Hafenmotive, der Land- und Stadtblicke, die Zurückhaltung der Farben werden durch die feine Abstufung der Töne und eine z
Der Demokrat 29.09.1950 Tageszeitung der CDU Mecklenburg Am 28. September feiert der Rostocker Maler Rudolf Schmidt-Dethloff seinen 50. Geburtstag. In irgendeinem einsamen Winkel des Fischlandes, zwischen hohen Sanddünen oder im dichten Gestrüpp des windverwachsenen Küstenwaldes muss ihn der Besucher mühsam aufsuchen, denn er ist eigentlich täglich draußen zum malen. Daher spiegeln seine Werke die Schönheiten des Fischlandes nicht nur bei strahlendem Sonnenschein, sondern bei tosenden Herbststürmen und böigen Regenschauern. Die Landschaft ist sein Element. Er fühlt sich mit fast musikalischem Einfühlungsvermögen in sie hinein und bringt sie ganz ohne Vorzeichnung mit dem Pinsel auf das Papier. In leuchtenden, klaren Wasserfarben erschließt er dem Fremden die geliebte Wahlheimat. Seine neueren Arbeiten zeugen von starken, künstlerischen Impulsen der letzten Jahre. Sie bewirken, dass der Name Schmidt-Dethloff einen guten Klang in modernen Berliner Ausstellungen hat und der “ Augenzeuge” (DEFA-Wochenschau) ihn kürzlich in Ahrenshoop besuchte und filmte. In seiner Rostocker Wohnung trifft man ihn nur selten persönlich an. Aber seine Mutter erzählt bereitwillig von ihrem großen Jungen, der sich bisher noch nie zum Heiraten entschließen konnte, weil er sich nicht von seiner geliebten Mutter trennen wollte. Im Spätsommer dieses Jahres aber hat er es nun doch gewagt und die Mutter gibt bereitwillig einen Teil ihrer Rechte auf, bleibt ihr doch die Erinnerung. Schule und Lehrer hat er nie sehr geliebt, ausgenommen natürlich den Zeichenlehrer, der ih zum ersten Male die Kunst der Pinselführung lehrte. In lustigen Bubenstreichen war er groß. Nie vergißt die Mutter den Schrecken, als sie mit ihm in Warnemünde einkaufen ging und er, um sicher etwas Gutes abzubekommen, in den großen, gekochten Schinken der Auslage kräftig hineinbiß. Aus seinen Studienzeiten in Italien und den Alpenländern hängt als erstes künstlerisches Weihnachtsgeschenk für die Eltern ein Ölgemälde noch heute auf einem Ehrenplatz. Mit dem Bild “Ochsengespann in den Alpen” begann sein Ruf als Maler in Rostock. Inzwischen hat der ihm wesenseigene Ausdruck seiner Kunst einen gewißen Abschluß gefunden und ihm einen großen Freundeskreis erworben.
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                           Erika Schmidt-Dethloff und Martina von Hollen bei der Eröffnung in Meersburg 2009